
Als
drittälteste Gaststätte in Heiligenberg kann der Gasthof
Hosbein angesehen werden. Alte Urkunden vom vorigen
Jahrhundert besagen, dass neben der Gastwirtschaft zum
Adler und der Bierbrauerei mit Restauration von Josef
Winter noch eine dritte Schank- und Speisewirtschaft
bestand. Xaver Lohr erhielt die Konzession für diese
schon 1835. Zwei Jahre später bekam Matthäus Lohr das
gleiche Personalrecht, 1852 bekam F. Buchmann das
Personalrecht zum Betrieb der dritten Wirtschaft. Als
diese 1863 geschlossen wurde, machte der Bräumeister
August Hosbein ein Konzessionsgesuch an die
Großherzogliche Regierung des Seekreises in Konstanz zum
Ausschank des selbstgebrauten Bieres. Nach langem Hin
und Her wurde 1867 diesem Gesuch stattgegeben. Das
Großherzogliche Bezirksamt Pfullendorf erteilte im
August 1879 dem Bruder von August Hosbein, dem
Bierbrauer Johann Hosbein in Heiligenberg die Konzession
zum Betrieb einer Schankwirtschaft mit Einschluß des
Branntweinausschanks in seinem durch Heirat erworbenen
Haus (die Hosbein stammen aus Leibertingen).
Nach
dem Tod des Bierbrauers Johann Hosbein betrieb die Witwe
Theodora Hosbein die Wirtschaft zwei Jahre lang, bis der
Sohn von August Hosbein, Emil, der ebenfalls Bierbrauer
war, die Schankwirtschaft im Jahre 1899 übernahm. Da zu
dieser Zeit der Kurbetrieb in Heiligenberg schon so
stark war, dass die beiden Kurhotels Post und Winter
nicht alle Kurgäste in der Hauptsaison aufnehmen
konnten, baten die Hotelbesitzer Emil Hosbein, seine
Schankwirtschaft in eine Gastwirtschaft umzuwandeln.
Hosbein richtete ein diesbezügliches Gesuch an den hiesigen Gemeinderat, der es befürwortend an das Bezirksamt Pfullendorf weiterleitete. Von dort aus wurde ihm am 3. Mai 1902 die Erlaubnis erteilt, seine Schankwirtschaft in eine Gastwirtschaft umzuwandeln.
Als am 16. Juni 1904 Emil Hosbein starb, führte die Witwe Hosbein den Gasthof zwei Jahre lang allein weiter. Dann verheiratete sie sich mit Albert Lauchert, dem Großvater des jetzigen Senior-Chefs, im Jahre 1906. Damit zog nach rund 70 Jahren ein neues Geschlecht in das wohlbekannte Gasthaus ein. Der Wirtschaftsbetrieb lief aber 30 Jahre auf den Namen Hosbein weiter. Nach dem Tode von Albert Lauchert sen. im Jahre 1935 machte die Erbengemeinschaft Lauchert ein Gesuch an das Bezirksamt Pfullendorf um Erteilung der Stellvertretungserlaubnis für Albert Lauchert, Sohn des verstorbenen Gastwirts, für die Gastwirtschaft Hosbein in Heiligenberg. Unter der Bedingung, einige räumliche Verbesserungen in seinen Lokalitäten vorzunehmen, erteilte das Bezirksamt Pfullendorf am 23. Mai 1936 dem Gast- und Landwirt Albert Lauchert endgültig die Erlaubnis zum Betrieb der Personalgastwirtschaft Hosbein.
Der älteste Sohn von Albert Lauchert, der jetzige Senior-Chef, der auch Albert Lauchert heißt, führte den Gasthof jahrelang bis er diesen im Jahre 1992 nach dem Tod der Mutter, von seinem Vater übernahm. Zum 1. Januar 2003 wurde der Gasthof Hosbein dem ältesten Sohn Hubert und seiner Frau Heidi überschrieben. Chronologische Reihenfolge der Besitzer der Schank- bzw. Gastwirtschaft Hosbein in Heiligenberg:
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